PQQ (Pyrrolochinolinchinon) ➤ Erklärung | Neurolab
0049 821 50 87 53 0
0043 6217 507 22
Montag-Donnerstag: 07.00-16.00 Uhr | Freitag: 07.00-14.00 Uhr
Suche
Close this search box.

PQQ (Pyrrolochinolinchinon)

Pyrrolochinolinchinon (PQQ) ist eine natürlich vorkommende, redoxaktive Verbindung aus der Gruppe der Chinone. Ursprünglich wurde PQQ als essenzieller Enzym-Cofaktor in Bakterien beschrieben. Beim Menschen gilt PQQ derzeit jedoch nicht als Vitamin, da bislang keine essentielle Funktion im klassischen ernährungsphysiologischen Sinn nachgewiesen werden konnte. Dennoch wird es als bioaktives Molekül mit vitaminähnlichen Eigenschaften diskutiert [Yan et al., 2024].

Das wissenschaftliche Interesse an PQQ beruht vor allem auf seiner möglichen Wirkung auf die Mitochondrien. Im Gegensatz zu klassischen Antioxidantien scheint PQQ nicht primär durch direktes Abfangen freier Radikale zu wirken. Stattdessen wird angenommen, dass PQQ zelluläre Redoxprozesse moduliert und dadurch Signalwege beeinflusst, die mit mitochondrialer Anpassung und Energiehomöostase in Verbindung stehen. In präklinischen Modellen wird beschrieben, dass PQQ das Verhältnis von NADH zu NAD⁺ beeinflussen kann. NAD⁺ fungiert als zentraler Cofaktor für NAD⁺-abhängige Enzymsysteme wie die Sirtuine (insbesondere SIRT1 und SIRT3), die eine Schlüsselrolle in der Regulation mitochondrialer Stressantworten und metabolischer Adaptation spielen [Jonscher et al., 2021; Yan et al., 2024]. Besonders untersucht ist die potenzielle Aktivierung des SIRT1-/PGC-1α-Signalwegs, der als zentraler Regulator der mitochondrialen Biogenese gilt. Über nachgeschaltete Transkriptionsfaktoren wird dabei die Expression mitochondrialer Proteine sowie die Replikation mitochondrialer DNA gesteuert. Dies gilt als wesentlicher Mechanismus der mitochondrialen Anpassungsfähigkeit (Mitogenese), also der Bildung neuer Mitochondrien [Jonscher et al., 2021]. In Zell- und Tiermodellen wurde wiederholt gezeigt, dass PQQ mit einer erhöhten mitochondrialen Dichte, einer gesteigerten oxidativen Kapazität und einer verbesserten Funktion der Atmungskette assoziiert ist [Jonscher et al., 2021, Yan et al., 2024]. Auch Humanstudien deuten auf mögliche Effekte auf metabolische und inflammatorische Marker hin, die mit einer verstärkten mitochondrialen Oxidation übereinstimmen [Harris et al., 2013]. Außerdem beeinflusste eine Supplementierung mit PQQ Marker der mitochondrialen Biogenese positiv [Hwang et al., 2020]. In der Praxis wird PQQ gerne mit Coenzym Q10 kombiniert, um sowohl die Neubildung als auch die Funktion von Mitochondrien zu unterstützen.