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Soja-Isoflavone

Isoflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide), die in besonders hoher Konzentration in Sojabohnen oder Rotklee enthalten sind [Hwang et al., 2006; Booth et al., 2006]. In fermentierten Sojabohnen liegen hauptsächlich die Isoflavone Genistein, Daidzein und Glycitein etwa im Verhältnis 10:8:1 als zuckerfreie Verbindungen (Aglykone) vor [Hwang et al., 2006; Wolters und Hahn, 2004; BfR, 2007]. Beobachtungsstudien aus asiatischen Ländern lassen erkennen, dass der regelmäßige Verzehr sojahaltiger Produkte (z.B. Tofu, Tempeh, etc.) das Risiko für die Entstehung hormonabhängiger Krebserkrankungen, wie etwa Brust- oder Prostatakrebs, zu verringern scheint [Wolters und Hahn, 2004]. Zudem gibt es deutliche Hinweise, dass asiatische Frauen im Gegensatz zu Frauen in westlichen Industrieländern seltener an Wechseljahrsbeschwerden leiden. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen eine hormonelle Wirksamkeit von Soja-Isoflavonoiden, die in ihrer chemischen Struktur stark dem weiblichen Geschlechtshormon 17ß-Östradiol ähneln. Es gibt Evidenz, dass Isoflavonoide als pflanzliche Östrogen-Analoga an den Östrogenrezeptor ER-ß binden und dadurch endokrin wirken [Kostelac et al., 2003]. Allerdings ist die Hormonwirkung von Phytoestrogenen etwa um den Faktor 100 – 10000-fach geringer als die des endogenen Steroidhormons 17ß-Östradiol [BfR, 2007]. In diesem Zusammenhang haben Studien gezeigt, dass Isoflavonoide die Osteoklasten-Aktivität und Knochendemineralisation verringern, was der Entstehung von Osteoporose in postmenopausalen Frauen entgegenwirkt [Kalaiselvan et al., 2010]. Zudem senken Isoflavonoide Gesamt- und LDL-Cholesterin, erhöhen HDL-Cholesterin und besitzen antiatherosklerotische, antioxidative und kardioprotektive Wirkung. Für Genistein aus Soja wurde gezeigt, dass es das Enzym 5-alpha-Reduktase und damit die Umwandlung von Testosteron in die aktive Form Dihydrotestosteron hemmt und dadurch vermutlich das Prostatakrebs-Risiko senkt [Evans et al., 1995]. Ferner greift Genistein direkt in das Zellwachstum ein, wirkt antiproliferativ, antiangiogenetisch und unterdrückt die Ausschüttung bzw. Wirkung von Zytokinen und Wachstumsfaktoren, die Krebsentstehung begünstigen [Matsukawa et al., 1993; Yanagihara et al., 1993; Kim et al., 1998; Zhang et al., 2012].