Vicia faba - Neurolab
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Vicia faba

Vicia faba (Ackerbohne, Favabohne)

Vicia faba, auch Puffbohne, Feldbohne, Saubohne, Fababohne, Faberbohne, Favabohne, Viehbohne und Dicke Bohne genannt, wird zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchte (Fabaceae) zugeordnet. Sie gewinnt zunehmend an Bedeutung für die menschliche Ernährung, nicht nur aufgrund ihres hohen Proteingehalts und ihres ausgewogenen Aminosäureprofils, sondern auch wegen ihrer vielfältigen bioaktiven Inhaltsstoffe. Neben Proteinen und deren Hydrolysaten enthält die Favabohne phenolische Verbindungen, Sojasaponine, sowie besonders relevante nicht-proteinogene Aminosäuren [Sharan et al., 2021]. Vicia faba enthält nennenswerte Mengen der nicht-proteinogenen Aminosäure L-Dopa (L-3,4-Dihydroxyphenylalanin), einem natürlichen Vorläufer des Neurotransmitters Dopamin. L-Dopa kommt in Blättern, Blüten, unreifen und reifen Samen von Vicia faba vor, wobei sich die höchsten Konzentrationen von L-Dopa im Embryo der Samen finden. Umweltstress sowie Verarbeitungstechniken beeinflussen den Gehalt deutlich: thermische Prozesse wie Kochen oder Rösten können L-Dopa teilweise oder vollständig abbauen, während Keimung zu einer deutlichen Erhöhung führt. Pharmakologisch besitzt L-Dopa große Bedeutung, da es als wesentlicher Wirkstoff in der Parkinson-Therapie etabliert ist. Da die synthetische Form teils unerwünschte Nebenwirkungen auslöst, steigt das Interesse an natürlichen Quellen wie Vicia faba [Feng et al., 2025; Martineau-Côté et al., 2022]. Studien zeigen, dass der Verzehr von 250 g gekochten Samen von Vicia faba bei gesunden Personen und Parkinson-Patienten einen messbaren Anstieg der Plasma-L-Dopa-Spiegel bewirkt. Die motorischen Funktionen verbesserten sich dadurch für bis zu vier Stunden, ein Effekt, der mit einer Standardtherapie bestehend aus 125 mg L-Dopa plus 12,5 mg Carbidopa vergleichbar ist. Dies deutet darauf hin, dass eine realistische Portion Vicia faba eine klinisch relevante Menge L-Dopa liefert [Rabey et al., 1992]. Neben L-Dopa enthalten Favabohnen auch GABA, einen inhibitorischen Neurotransmitter [Martineau-Côté et al., 2022]. Wichtig zu wissen ist, dass der Verzehr von Vicia faba bei Menschen mit Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-(G6PD)-Mangel gesundheitliche Risiken bergen kann. Die in den Samen enthaltenen Pyrimidin-Glykoside Vicin und Convicin können zu Favismus führen, einer Form der hämolytischen Anämie [Martineau-Côté et al., 2022].