Magnesium-N-Acetyltaurat stellt eine acetyliert modifizierte Derivatstruktur des organischen Magnesium-Chelats Magnesiumtaurat dar. Die Einführung einer Acetylgruppe verändert die molekularen Eigenschaften in einer Weise, die die Membranpermeabilität und damit die zelluläre Bioverfügbarkeit signifikant erhöht. Durch die verbesserte Diffusionsfähigkeit über biologische Lipidmembranen kann der Wirkstoff effizienter intrazellulär aufgenommen werden. Besonders hervorzuheben ist der verbesserte Transport durch die Blut-Hirn- Schranke, wodurch eine gezielte Bereitstellung von Magnesiumionen im ZNS ermöglicht wird. Diese Eigenschaft macht die Substanz für Anwendungen im Kontext neurophysiologischer Prozesse und kognitiver Funktionen relevant. In einer Tierstudie konnte gezeigt werden, dass die Supplementierung mit Magnesium-N-Acetyltaurat im Vergleich zu anderen Magnesiumverbindungen nach 8 Stunden die höchste Magnesium-Konzentration im Hirngewebe aufwies, was stark auf eine effiziente Passage der Blut-Hirn-Schranke hindeutet [Uysal et al., 2019]. Zusätzlich reicht eine viel geringere Dosis von Magnesium aus Magnesium-N-Acetyltaurat aus, um das Gehirn zu erreichen (im Vergleich zu anderen Magnesiumsalzen) [Ates et al., 2019].
Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit zu Glutamat kann Magnesium-N-Acetyltaurat als NMDA-Rezeptor-Antagonist zur Modulation der Neuroexzitation sowie zur Verbesserung der synaptischen Plastizität beitragen. Bei Ratten wurde demonstriert, dass die hippocampale Plastizität sowohl bei Magnesiummangel als auch im Alzheimer-Mausmodell durch die Zufuhr von Magnesium-N-Acetyltaurat verbessert werden konnte. Die Ergebnisse deuten auf eine gute Bioverfügbarkeit und Wirksamkeit im zentralen Nervensystem sowie eine positive Rolle bei Gedächtnis- und Lernprozessen hin [Fassin et al., 2020].
Zusätzlich zeigt Magnesium-N-Acetyltaurat in einer klinischen Studie mit 19 Frauen über drei Menstruationszyklen eine Linderung von 20 PMS-Symptomen (darunter Stimmungsschwankungen, Heißhungerattacken, Kopfschmerzen, Fatigue, …) [Rousseau, 2021].