Teil 1: Glutathion & Co: Leberentgiftung für ein starkes Gehirn
Teil 2: Die Darm-Vagus-Gehirn Verbindung: Entgiftung für neuronale Resilienz
Teil 3: Glymphatische Reinigung: Detox für ein gesundes Gehirn
Die chronische Belastungslage unserer Zeit übersteigt oft die menschliche Entgiftungskapazität (10). Dies führt zur Toxinansammlung, Rezeptorblockaden und potenziell neuronalen Schäden (6). Solche vielschichtigen und komplexen Krankheitsbilder sind schwer fassbar. Aufgrund der systemischen, oft mit „Silent Inflammation“ einhergehenden Symptomatik, stoßen klassische Therapien ohne eine gezielte Unterstützung der Entgiftungssysteme häufig an ihre Grenzen.
B. Demeneix: Wir leben in einer Welt, in der die Exposition gegenüber Chemikalien allgegenwärtig ist, und wir müssen die Folgen für unsere Gesundheit und die Umwelt ernsthaft in Betracht ziehen
Die Leber ist das zentrale Organ für die Entgiftung des Körpers, die entscheidend zum Schutz vor toxischen Substanzen beiträgt. Sie bewerkstelligt dies durch komplexe enzymatische Prozesse, die in zwei Schlüsselphasen der Entgiftung stattfinden:
Die Phase 1-Entgiftung transformiert (Gift-) Stoffe durch Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse. Für dieses komplexe Cytochrom-P450-System sind zahlreiche enzymatische Cofaktoren wie B-Vitamine und Mineralstoffe wie Zink, Selen und Magnesium essenziell. Da hierbei reaktive Sauerstoffspezies (ROS) entstehen, sind zusätzlich schützende Bioflavonoide hilfreich. Bereits das Defizit auch nur eines Faktors in diesem System kann die gesamte Biotransformation limitieren (4).
Die Phase II-Entgiftung wandelt Metaboliten (aus Phase 1) durch Konjugationsreaktionen wie Methylierungen, Sulfatierung oder auch Glucuronidierung in wasserlösliche, ausscheidungsfähige Formen um (5). Auch dafür sind körpereigene Bausteine (z. B. Sulfat, Glycin, Glutathion…) notwendig, die an die Schadstoffe binden und deren Ausscheidung forcieren. Als wichtigste Schlüsselreaktion gilt die Glutathion-Konjugation. Dabei werden die Zielmoleküle an reduziertes Glutathion (GSH) konjugiert. Da dieser Schritt energetisch hochgradig von Mitochondrien abhängig ist, gilt er als essenzielles und gleichzeitig ressourcenintensives Nadelöhr der Entgiftung.
Das Nervensystem reagiert hochsensibel auf Toxine, die sowohl die neuronale Kommunikation als auch kognitive Funktionen stören. Angesichts explodierender Fallzahlen neurodegenerativer Erkrankungen – allein in den USA sind 700.000 Menschen unter 50 Jahren von Alzheimer betroffen – erhärtet sich der Verdacht, dass toxische Belastungen eine zentrale Ursache für diese „epidemischen“ Entwicklungen darstellen (10).
Eine Supplementierung mit enzymatischen Cofaktoren und Aminosäuren ist somit oft entscheidend, um die körpereigenen Entgiftungsmechanismen effektiv aufrechtzuerhalten und zu optimieren.
Während die Phase I primär B-Vitamine, Blut-Hirn-Schranken-gängiges Magnesium und Zink, sowie Radikalfänger wie Flavonoide oder Curcumin benötigt, erfordert die Phase II vor allem Aminosäuren für die Glutathionbildung. Die Glutathion-Biosynthese basiert auf Bausteinen wie (N-Acetyl)-Cystein, Methionin, Glycin oder Taurin, wobei Cofaktoren wie Alpha-Liponsäure das zelluläre Recycling unterstützen. Diese neurotropen Aminosäuren sind für das Nervensystem und die Entgiftung gleichermaßen essenziell (3). Ergänzend gewährleisten Selen – als Cofaktor der Glutathionperoxidase (8) – sowie das B-Vitamin-Spektrum reibungslose enzymatische Detoxifikationsprozesse (5).
Die direkte Supplementierung von Glutathion umgeht die aufwändige körpereigene Biosynthese. So steht das Molekül der Phase II sofort zur Verfügung, ohne auf eine ausreichende Versorgung mit Cofaktoren angewiesen zu sein (11, 13).
Oral verabreichtes Glutathion hat im Allgemeinen eine schlechte Bioverfügbarkeit, da es im Magen-Darm-Trakt enzymatisch abgebaut und leicht oxidiert wird. Eine effiziente Lösung bietet die liposomale Formulierung: Durch den Einschluss in Phospholipid-Doppelschichten wird das Glutathion vor vorzeitigem Abbau geschützt, kann über die Zellmembranen direkt aufgenommen werden und steht der Phase-II-Entgiftung somit direkt intrazellulär zur Verfügung.
Ein funktionierendes Glutathionsystem ist essenziell für die Zellentgiftung und den Schutz des Nervensystems. Studien belegen therapeutische Erfolge bei Parkinson sowie in der Psychiatrie (1,2,7,9). Als zentrales Antioxidans der Makula bietet Glutathion zudem präventives Potenzial in der Augenheilkunde. Da zelluläre Entgiftung energieintensiv ist, ist die Versorgung mit Glutathion auch bei Fatigue-Syndromen – einschließlich Cancer-Fatigue – sowie zur Unterstützung der Leber („Organ der Müdigkeit“) indiziert (12).
Zusammenfassend ist die Unterstützung der körpereigenen Entgiftungsleistung ein wichtiger Faktor bei der Erhaltung neuronaler Schutzmechanismen, stellt jedoch nur einen Teil des therapeutischen Spektrums dar.
Eine effektive Entgiftungsförderung kombiniert die Cofaktoren der Phase I und II mit Glutathion-Bausteinen und hochbioverfügbarem Glutathion. Spezielle Präparate ermöglichen heute eine präzise therapeutische Umsetzung dieser Ansätze.
(1) Bains J. S., Shaw C. A.: Neurodegenerative disorders in humans: The role of glutathione oxidative stress mediated neuronal death; Brain Res. Brain Res Rev. 1997, 25, 335–358
(2) Berk M. et al.: Glutathione: a novel treatment target in psychiatry; Trends Pharmacol Sci 2008; 29: 346–351
(3) W. Bieger und A. Neuner-Kritikos: Neurotrope Aminosäuren Teil I und II; OM & Ernährung 2013, Nr. 142 Sonderdruck
(4) E. Blaurock-Busch: Gentle Detox, the Natural Detoxification Program; BoD – Books on Demand Norderstedt 2014–2015
(5) U. Böhm: Zellschutz – Entgiftung – Prävention; Die gesundheitliche Bedeutung von Glutathion, UNI-MED-Verlag Bremen, 2029
(6) B. Demeneix: Toxic Cocktail, How Chemical Pollution is Poisoning Our Brains; Oxford University Press 2017
(7) Dringen R.: Metabolism and functions of glutathione in brain; Prog. Neurobiol 2000; 62: 649–671
(8) R. C. Fernando: Das Spurenelement Selen – ein verlässlicher Bodyguard in der Prävention und in der komplementären Medizin; OM & Ernährung 2006, Nr. 117
(9) Monks T. J. et al.: Symposium overview: The role of glutathione in neuroprotection and neurotoxicity; Toxicol. Science 1999, 51: 161–177
(10) K.-D. Runow: Wenn Gifte auf die Nerven gehen; Südwest-Verlag
(11) Sinha et al.: Oral supplementation with liposomal glutathione elevates body stores of glutathione and markers of immune function; Eur J Clin Nutr 2018; 72(1): 105–111
(12) Yuan I., Kaplowitz N.: Glutathione in liver diseases and hepatotoxicity; Mol. Aspects Med 2009; 30: 29–41
(13) Zeevalk et al.: Liposomal-glutathione provides maintenance of intracellular glutathione and neuroprotection in mesencephalic neuronal cells; Neurochem Res. 2010; 35(10): 1575–1587
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