Taurin ist eine bedingt essentielle Aminosaure, die nicht proteingebunden, sondern frei im Gewebe der meisten Tierarten zu finden ist. Taurin wird in den Leberzellen aus den Aminosauren L-Cystein und L-Methionin uber drei bekannte Synthesewege gebildet, die alle Vitamin B6-abhangig sind. Die hochste Taurinkonzentration wird in immunologisch aktiven neutrophilen Granulozyten und in der Retina gefunden. Die grosten Taurinspeicher sind dagegen Skelettmuskeln und der Herzmuskel. Taurin wird uber den Urin oder uber die Gallenflussigkeit als Gallensalz ausgeschieden. Taurin ist an einer Vielzahl von physiologischen Prozessen beteiligt. Dazu gehoren die Konjugation von Gallensauren, die Regulation des Druckes in der Zelle durch Salze, die Stabilisierung der Zellmembranen, die Entgiftung von Fremdstoffen und die neuronale Anregungsfahigkeit. Gallensauren entstehen im Cholesterinstoffwechsel in der Leber und werden zur Aufnahme von Fetten und fettloslichen Vitaminen benotigt. Dazu mussen sie aber an Glycin oder Taurin gebunden werden und bilden mit ihnen sogenannte Gallensaurenkonjugate.

Diese Gallensalze werden in der Gallenblase zwischengelagert und nach Bedarf im Zwolffingerdarm bakteriell wieder von Glycin und Taurin getrennt, so dass sekundare Gallensauren entstehen, die wieder ruckresorbiert werden. Taurin reagiert zudem mit Hypochlorsaure, die bei der oxidativen Abwehr von Erregern durch neutrophile Granulozyten entsteht, und neutralisiert diese. Individuen mit einem Taurin-Defizit reagieren empfindlicher gegenuber Schaden durch Fremdstoffe als bei adaquater Taurinversorgung. Taurin verhindert auch signifikant die Translokation (Eindringen) von bakteriellen Endotoxinen aus dem Darm uber die Darmbarriere, was sich positiv auf Leberschaden durch lebertoxische Substanzen wie Cadmium oder Alkohol auswirkt.

Taurin ist auserdem ein Regulator von intra- und extrazellularem Calcium. Dies ist eine wichtige zellschutzende Funktion, da exzessiver Calciumaustausch in der Zelle zum Zelltod fuhrt. Besonders hohe Calcium-Zuflussraten werden zum Beispiel bei Myocard-Schaden, Migrane und epileptischen Anfallen nachgewiesen. Taurin spielt eine zentrale Rolle als trophischer Faktor in der Entwicklung des zentralen Nervensystems. Es ist involviert in die Erhaltung der strukturellen Integritat der Membranen, reguliert den Calciumtransport und -Homoostase (s.oben) und wirkt als Neuromodulator.

Die Vermutung, dass Taurin neurotransmitterahnliche Funktionen besitzt, wird gestutzt durch die Anwesenheit Taurinsynthetisierender Enzyme und Rezeptoren im Saugetiergehirn (Cystin/ Cystein-Sulfinsaure-Decarboxylase), die in Zellkorpern, Dendriten wie Nervenendigungen vorkommen. In Nervenzellen und Gehirn sind L-Glutamat (anregend) und γ-Aminobuttersaure (GABA, dampfend) die uberwiegend agierenden Neurotransmitter. Taurin scheint aber nicht mit Glutamat-Rezeptoren zu interagieren, sondern hat vor allem aktivierende Funktion am GABA-Rezeptor. Dies konnte dadurch gezeigt werden, dass die neuroprotektive Aktion durch Taurin mit GABA-antagonistischen Substanzen wie Pirotoxin gestoppt werden konnte. Taurin reduziert zudem die Glutamat- induzierte Erhohung des Ca++-Einflusses in die Zelle und hemmt die Glutamat-induzierte Aktivierung der Apoptose-Kaskade (Zelltod).

Einnahmeempfehlung Taurin
3 Kapseln täglich mit viel Flüssigkeit verzehren.
Zusammensetzungpro 3 Kapseln
Taurin1.500 mg
Sonstige Zutaten:Zellulose, Erbsenfaser

Zutaten: Taurin, Kapselhülle Hydroxypropylmethylcellulose, Füllstoff Erbsenfaser.

Die empfohlene tägliche Verzehrsempfehlung für Taurin darf nicht überschritten werden. Nahrungsergänzungsmittel sollen nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise dienen. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Die Einnahme für Schwangere, Stillende und Kinder ist unter Aufsicht eines Arztes oder Heilpraktikers empfohlen. Kühl und trocken bei Raumtemperatur lagern.