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    Winterdepression - SAD

    Winterdepressionen: Trübes Wetter, trübe Stimmung?

    In den nördlichen Ländern, aber auch in Mitteleuropa bedeutet die Herbst- und Winterzeit für viele Menschen ein absolutes Stimmungstief gepaart mit Heißhungerattacken. Viele Symptome erinnern an eine Depression, so dass man auch von Winterdepressionen oder saisonalen Depressionen (SAD, Saisonal Affective Disorder) spricht. Eine wichtige Rolle bei der Entstehung, aber auch bei der Therapie scheint Licht zu spielen.

    Wie erkennt man eine Winterdepression?

    Fast könnte man denken, es sei ganz normal, dass man sich in der dunklen Jahreszeit eher schlapp, müde und antriebslos fühlt, da die meisten Menschen in der warmen und hellen Zeit eine scheinbar bessere Stimmung haben. Im Frühling spürt man regelrecht die Erleichterung bei vielen Mitmenschen, die auch weniger gereizt und freundlicher erscheinen, als es im Winter der Fall war. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um keine echte abklingende Winterdepression, die den Stimmungsumschwung verursacht. Eine saisonale Depression oder SAD (Saisonal Affective Disorder) geht oft weit über eine schlechte Stimmung hinaus, die fast jeder einmal bei weniger gutem Wetter verspüren kann. SAD-Patienten leiden so sehr, dass in einzelnen Fällen sogar Selbstmordgefahr besteht. Bekannt geworden sind solche Suizidfälle insbesondere in den nördlichen Ländern, die eine sehr lange dunkle Zeitperiode kennen. Doch auch in Deutschland spielt die Winterdepression keine untergeordnete Rolle. So gehen verschiedene Studien davon aus, dass immerhin ein Prozent der Bevölkerung betroffen ist, vielleicht liegt aber die echte Anzahl noch wesentlich höher. Zum Teil geht man sogar von zehn Millionen Betroffenen in Deutschland aus, in Alaska zum Beispiel leidet etwa jeder Dritte an SAD.

    Anders als bei Depressionen, die von der Jahreszeit unabhängig zu sein scheinen, zeigen SAD-Betroffene ein erhöhtes Schlafbedürfnis und werden von Heißhungerattacken auf Kohlenhydrathaltige Lebensmittel überfallen. Die Traurigkeit, Verzweiflung, Tagesmüdigkeit, Gereiztheit, die auftretende Isolation von der Umwelt und der Motivationsverlust sind jedoch den Symptomen einer Depression sehr ähnlich. Die genannten Symptome beginnen im Herbst, meist zwischen September und November, und dauern bis März oder April an. Dabei treten diese depressiven Episoden regelmäßig in der dunklen Jahreszeit wieder auf, Jahr für Jahr.

    Welche möglichen Ursachen sind bekannt?

    Eine genaue wissenschaftliche Erklärung für SAD gibt es noch nicht. Saisonale Depressionen sind jedoch in warmen, sonnigen Ländern eher unbekannt und treten eher in Regionen auf, in denen starke jahreszeitliche Schwankungen die Regel sind. Allein diese Tatsache drängt den Verdacht auf, dass das mangelnde Tageslicht eine wichtige Rolle als Ursache spielen könnte. Tatsächlich hat das natürliche Licht einen Einfluss auf die sogenannte biologische oder innere Uhr des Menschen. Vor der Erfindung des künstlichen Licht war der Mensch in seinen Lebensgewohnheiten und in der Dauer des Schlafes dem verfügbaren Sonnenlicht unterworfen. Ähnlich wie die Natur im Herbst und Winter Ruhephasen durchläuft, galt dies auch für frühere Generationen. Der moderne Mensch aber versucht auch in der dunklen Jahreszeit den gleichen Lebensrhythmus zu verfolgen wie im Frühling und Sommer. Man vermutet deshalb, dass der Organismus gewisse Anpassungsschwierigkeiten mit der neuen Lebensweise hat. Doch nicht alle Menschen sind davon gleichermaßen betroffen. Auch leiden etwa dreimal so viele Frauen wie Männer unter Winterdepressionen. Dies kann als Hinweis auf einen genetischen Einfluss gewertet werden.

    Weitere Informationen

    Ausführliche Informationen über die Rolle des Hormonsystems, Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten befinden sich im Dokument WINTERDEPRESSION – SAD (pdf, 184 KB) zum Downloaden und Nachlesen.