Die Aminosäure L-Tyrosin ist semi-essentiell, das heißt, dass sie nicht alleine mit der Nahrung aufgenommen werden muss, sondern auch aus der essentiellen Aminosäure L-Phenylalanin im Körper gebildet werden kann. Tyrosin wird aus dem Dünndarm absorbiert und in die Leber über den portalen Blutkreislauf transportiert. L-Tyrosin wird, soweit es nicht in der Leber verstoffwechselt wird, über drei Wege metabolisiert, nämlich über das Gewebe in Proteine inkorporiert, als Vorstufe von L-Tyroxin (Schilddrüse), Melanin (Haut- und Haarfarbstoff) und Neurotransmittern oder deaminiert, um als Substrat (Hydroxyphenylpyruvat) für die Gluconeogenese zu dienen. Enkephaline, Pentapeptide mit opioidähnlicher schmerzlindernder Aktivität enthalten L-Tyrosin in ihrer Struktur.

L-Tyrosin ist aufgrund seiner phenolischen Ringstruktur ein Radikalfänger und hemmt die Lipidperoxidation. L-Tyrosin gelangt über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn und wird in einem mehrstufigen Prozess über L-Dopa zu den sogenannten Katecholaminen Dopamin (Motivationshormon), Noradrenalin und Adrenalin (Stresshormone) verstoffwechselt. Die Rate der Serotonin- und Dopamin/Noradrenalinsynthese ist hoch abhängig von der peripheren Verfügbarkeit der Aminosäuren L-Tryptophan und L-Tyrosin. L-Tryptophan, L-Tyrosin und verzweigtkettige Aminosäuren (L-Leucin/ L-Isoleucin, L-Valin) benützen denselben Transporter durch die Blut-Hirn- Schranke.

Die Tyrosinhydroxylase ist das Enzym, das L-Tyrosin zu L-Dopa konvertiert und ist unter physiologischen Bedingungen zu ca. 75% mit L-Tyrosin gesättigt. Während die anderen an der Katecholamin-Synthese beteiligten Enzyme niedrige Sättigungsraten haben, gibt es durch eine Erhöhung des lokalen L-Tyrosins durchaus Potential zur Steigerung der Katecholaminsynthese im Gehirn. Tyrosin- Mangelexperimente, bei denen Teilnehmer ein Aminosäuregemisch ohne Tyrosin und Phenylalanin verwendet hatten, lassen die Vermutung zu, dass eine akute Reduktion von Katecholaminen im Gehirn zu einer geringeren Motivation und zu kognitiven Störungen der Probanden führt und die Stimmung anfälliger für negative Einflüsse macht.

Chronischer und oxidativer Stress sowie Infektionen können einen Tyrosinmangel auslösen, der sich häufig in Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und neurologischen Beschwerden äußert. Die Gabe von L-Tyrosin ist generell sicher. Erst ab Dosierungen größer als 9 g (bei 60 kg KG) können gelegentlich Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen und Schlafstörungen auftreten. Es gibt keine Studien zur Supplementation bei Schwangeren. Deswegen wird empfohlen, diesbezüglich den behandelnden Arzt oder Therapeuten zu konsultieren. Bei bekannter Schilddrüsenüberfunktion sollten Schilddrüsenwerte kontrolliert werden. Bei Melanomen wird von der Einnahme von L-Tyrosin abgeraten.

Einnahmeempfehlung Tyrosin (L-Tyrosin)
2 Kapseln täglich, mit viel Flüssigkeit 1/2 h vor oder 2 h nach dem Essen verzehren.
Zusammensetzung pro 2 Kapseln
Calcium189 mg
L-Tyrosin500 mg
Sonstige Zutaten:Zellulose

Zutaten: L-Tyrosin, Calciumcarbonat, Kapselhülle Hydroxypropylmethylcellulose.

Die empfohlene tägliche Verzehrsempfehlung für L-Tyrosin darf nicht überschritten werden. Nahrungsergänzungsmittel dienen nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und einer gesunden Lebensweise. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren. Kühl und trocken bei Raumtemperatur lagern.