Vitamin C

Vitamin C (biologisch aktive Form: L-(+)-Ascorbinsäure) ist ein wasserlösliches Vitamin, das in der Leber vieler Säugetiere aus D-Glukose gebildet wird [Figueroa-Méndez und Rivas-Arancibia, 2015], vom Menschen aber nicht synthetisiert werden kann und somit zugeführt werden muss [Nishikimi et al., 1994]. Eine wichtige Funktion von Ascorbinsäure im menschlichen Organismus beruht auf seiner Eigenschaft als Radikalfänger und Antioxidans (Reduktionsmittel) [Buettner und Moseley, 1993]. So schützt es Körperzellen effektiv vor Angriffen durch freie Radikale, Zellschädigungen und verhindert durch Oxidationsvorgänge ausgelöste Zellschäden (z.B. bei Krebs, Arteriosklerose, Grünem Star). Vitamin C ist ein bedeutender Kofaktor bei der Hydroxylierung von Steroiden, Kollagen (Bindegewebe) und verschiedener Aminosäuren (L-Tyrosin, Folsäure, L-Tryptophan) und ist am Cholesterinmetabolismus beteiligt [Pinnell, 1985; Turley et al., 1976]. Vitamin C wird gut über die Blut-Hirn-Schranke aufgenommen und liegt im Gehirn in 10x höherer Konzentration vor als im übrigen Körper [Covarrubias-Pinto et al., 2015]. Im zentralen Nervensystem nimmt es auch Einfluss auf die Effizienz bei der Reizweiterleitung an Synapsen, da es an der Herstellung der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin beteiligt ist [Meredith und May, 2013]. Daneben wird Vitamin C als Kofaktor zur Umwandlung von 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) zu Serotonin benötigt [Roscetti et al., 1998], während die periphere Konversion von 5-HTP im Magen-Darm-Trakt durch Vitamin C verzögert wird. Im Zusammenspiel mit Vitamin B6 und Niacin steuert Vitamin C die Produktion von L-Carnitin [Rebouche, 1991] und nimmt damit eine wichtige Rolle bei Fettverbrennung und Energiegewinnung in der Körpermuskulatur ein. Darüber hinaus unterstützt Vitamin C den Abbau von Histamin [Hagel et al., 2013; Johnston, 1996], welches als Signalmolekül im Zusammenhang mit Infektionen und allergischen Reaktionen freigesetzt wird. Vitamin C wird aufgrund seiner immunmodulierenden Wirkung auch zur Behandlung und Prophylaxe von Erkältungen eingesetzt [Douglas und Hemilä, 2005]. So stärkt Vitamin C die humorale Immunabwehr, da es die Serumkonzentration von Antikörpern erhöht [Feigen et al., 1982]. Im Rahmen der zellvermittelten Immunabwehr steigert Vitamin C die Aktivierung von natürlichen Killerzellen, Lymphozyten und Makrophagen [Hormannová et al., 2012]. Vitamin C regt das natürliche Entgiftungssystem des Körpers an, verringert die Bildung krebserregender Nitrosamine [Tannenbaum, 1989] und wirkt antimutagen [Geetanjali et al., 1993]. Gleichzeitig mindert es die Toxizität von Schwermetallen [Lihm et al., 2013] und ist am Abbau verschiedener Medikamente und Drogen beteiligt [Ito et al., 2014; Evangelou et al., 2000]. Aufgrund einer begrenzten Resorptionskapazität im Darm und der relativ kurzen Verweildauer im Blut (1/2 Stunde) [Levine et al., 1999] sollte die Einnahme von Vitamin C auf mehrere Tagesdosen verteilt werden, um eine optimale Wirksamkeit zu erreichen. Eine toxische Obergrenze für die Einnahme von Vitamin C ist derzeit nicht bekannt, zumal überschüssiges Vitamin C vom Körper nicht gespeichert wird.

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