Vitamin B6

Vitamin B6 (Pyridoxin / Pyridoxamin / Pyridoxal; aktiviertes Vitamin B6: Pyridoxalphosphat) ist eine Sammelbezeichnung für die sechs Vitamin-wirksamen Verbindungen: Pyridoxin (PN), Pyridoxamin (PM) und Pyridoxal (PL) und deren phosphorylierten Derivate PNP, PMP, PLP [Biesalski und Grimm, 2004]. Speziell die Wirkform Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) macht etwa 60% des im Körper zirkulierenden Vitamin B6 aus und ist an vielen wichtigen Reaktionen im Stoffwechsel von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten beteiligt [Holtz und Palm, 1964]. Als wichtigstes Coenzym der Transaminasen im Aminosäurestoffwechsel kontrolliert Pyridoxal-5-Phosphat die Konzentration des Neurotransmitters GABA im Gehirn [Ebadi, 1978]. Ebenso ist die Synthese von anderen Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin, sowie der Abbau von Glykogen, Vitamin B6-abhängig [Weissbach et al., 1957; Allgood et al., 1990]. Da auch die Synthese von Vitamin B3 einen adäquaten B6-Spiegel benötigt, hat Vitamin B6 ferner bei der Einstellung des Cortisolspiegels zentrale Bedeutung. Außerdem ist P5P an der Biosynthese des Hämoglobins, am Sauerstofftransport und am Glykogenstoffwechsel beteiligt [Leklem, 2001]. Vitamin B6 wird auch zur Pigmentbildung der Haut und der Haare benötigt [Shelley et al., 1972]. Ein Vitamin B6-Defizit äußert sich in der Regel durch Müdigkeit, Leistungsschwäche, Gedächtnisverlust, Depression, erhöhter Infektanfälligkeit und entzündlichen Hautveränderungen [Biesalski und Grimm, 2004; Vilter et al., 1953]. Auch ein hoher Homocystein-Wert im Blut [Selhub und Miller, 1992] sowie eine verminderte Aufnahme von verschiedenen Mineralstoffen, wie z.B. Zink, Kupfer, Chrom, Mangan und Magnesium, kann mit einem B6-Mangel in Verbindung gebracht werden [Turnlund et al., 1991; Forbes und Erdman, 1983]. Verschärft sich ein B6-Mangel, kann es zu peripherer Neuropathie, Demyelinisierung der Nerven und Anämie kommen [Raskin und Fishman, 1965; Dakshinamurti, 1982]. Insgesamt zeigt Vitamin B6 krampflösende Eigenschaften (Antikonvulsivum) [Garty et al., 1962] und scheint eine nervenschützende und antitoxische Wirkung zu haben [Wintrobe et al., 1942].

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