Oligofructose

Oligofructose (Fructooligosaccharid = FOS) ist ein Mehrfachzucker, der sich aus 2-10 Fructose Molekülen zusammensetzt und nur etwa 30-50% der Süßkraft von Haushaltszucker (Saccharose) besitzt [Niness, 1999]. Als bekannte Zuckeraustausch- und Ballaststoffe besitzen sowohl Inulin als auch FOS nachweislich keine Blutzuckerwirksamkeit und sind daher für den Verzehr von Diabetikern gut geeignet [Beringer und Wenger, 1955; Lewis 1912]. Fructooligosaccharide sind natürlicherweise in einigen Getreidesorten (Roggen, Hafer) sowie in Chicorée, Zwiebeln, Knoblauch oder auch Bananen enthalten und gelten als natürliches Präbiotikum [Sabater-Molina et al., 2009; Gibson et al., 1995]. Dabei handelt es sich um unverdauliche Nahrungsbestandteile, die während der Darmpassage von den Bakterien des Dickdarms zu kurzkettigen Fettsäuren metabolisiert werden und besondere gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. So begünstigen FOS unter anderem eine bifidogene Darmflora und durch eine Optimierung des pH-Wertes im Darm wird die gesamte physiologische Darmflora des Menschen unterstützt und die Vermehrung unphysiologischer Keimgruppen supprimiert [Mitsuoka et al., 1987; Bosscher et al., 2006]. Ferner tragen FOS zur Aufrechterhaltung der Integrität der Darmschleimhaut bei und besitzen verdauungsfördernde sowie immunmodulatorische Eigenschaften [Guarner, 2005; Roberfroid et al., 2010; Seifert und Watzl, 2007]. Zahlreiche Untersuchungen belegen eine Verbesserung des Fett- und Cholesterinstoffwechsels, eine Steigerung der intestinalen Mineralstoffabsorption (u.a. von Magnesium und Calcium) und – bei regelmäßigem Verzehr von Fructooligosacchariden – ein vermindertes Risiko für die Entwicklung von Osteoporose bzw. Kolonerkrankungen [Delzenne et al., 1995; Fiordaliso et al., 1995; Niness, 1999].

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