L-Tyrosin

L-Tyrosin ist eine nicht-essentielle aromatische Aminosäure, die endogen aus der essentiellen Aminosäure L-Phenylalanin über das Enzym Phenylalanin-Hydroxylase im Körper gebildet werden kann [Flatmark 2000]. L-Tyrosin ist ein wichtiger Baustein der Proteinbiosynthese, ist Ausgangssubstanz für die Biosynthese des Hautfarbstoffes Melanin und Vorstufe der Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin [Slominski et al., 2012]. Die Synthese dieser Neurotransmitter, die der Klasse der Katecholamine zugeordnet sind, ist wiederum abhängig von den Kofaktoren Vitamin C, Vitamin B6, Kupfer, Magnesium und Folat [Flatmark 2000]. Dysbalancen innerhalb dieser Neurobotenstoffe führen nachweislich zu Störungen in der Anregung und Regulierung der Hirnaktivitäten [Arnsten und Pliszka, 2011; Harrison et al., 2004]. Auch die Synthese des wichtigen Coenzyms Q10 läuft über Tyrosin [Mancuso et al., 2009]. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Tyrosin-Gabe die Stresstoleranz bei mentaler oder physischer Stressbelastung erhöht [Wang et al., 2012] und den diastolischen Blutdruck senkt [Deijen et al., 1999]. L-Tyrosin wirkt zudem stimmungsaufhellend [Mc Lean et al., 2004], appetitzügelnd [Wynne und Bloom, 2006] und hat nachweislich positive Wirkung bei Depressionen [Gelenberg et al., 1982]. Ein Tyrosinmangel ist relativ selten und tritt – wenn nicht stressbedingt – meist in Verbindung mit chronischen Erkrankungen der Leber und Niere auf [Kopple, 2007]. Wohl am Bekanntesten ist die Phenylketonurie, einer Stoffwechselstörung bei der der Umbau von Phenylalanin zu Tyrosin durch einen genetischen Defekt in der Phenylalanin-Hydroxylase blockiert ist [van Spronsen, 2010]. Auch Infektionen [Bencsik et al., 1997] sowie chronischer und oxidativer Stress können einen Tyrosinmangel bewirken, der sich häufig in Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und neurologischen Beschwerden äußert [Roiser et al., 2005].

Cookie Einstellungen