L-Taurin

Bei L-Taurin, bzw. 2-Aminoethansulfonsäure, das Mitte des 19. Jahrhunderts erstmal in Ochsengalle entdeckt wurde (lat. taurus = Stier) [Tiedemann und Gmelin, 1827], handelt es sich um ein Abbauprodukt der schwefelhaltigen Aminosäuren L-Cystein und L-Methionin [Stipanuk, 1986]. Taurin wird den bedingt essentiellen Aminosäuren zugeordnet, da es im menschlichen Körper nicht am Aufbau von Strukturproteinen beteiligt ist. Dort kommt Taurin überwiegend in freier, ungebundener Form vor [Ripps und Shen, 2012]. Die höchste Konzentration an Taurin liegt im zentralen Nervensystem, im Herzen und den Skelettmuskeln, den weißen Blutkörperchen und Thrombozyten sowie in der Netzhaut des Auges vor. Taurin ist ein wichtiges Antioxidans mit zellschützenden (Netzhaut und Nervenzellen), osmoregulierenden, entzündungshemmenden und entgiftenden Eigenschaften [Huxtable, 1992] und ist maßgeblich an der intestinalen Fettverdauung beteiligt [Mukhopadhyay und Maitr, 2004]. Taurin verbessert die Neurogenese und hat hinsichtlich der Neurotransmission als Neuromodulator, wahrscheinlich wegen seiner strukturellen Ähnlichkeit mit der γ-Aminobuttersäure (GABA), dämpfende Neurotransmitterwirkung durch die Aktivierung von GABA-Rezeptoren [Oja und Saransaari, 2007]. Taurin erhöht die Durchlässigkeit der Nervenzellen für Chloridionen. Durch die Ladungsveränderung (Hyperpolarisation) in den Zellmembranen der Synapsen (Verbindungsstellen der Nerven) kommt es zu einer Senkung des sogenannten Aktionspotenzials und letztlich zu einer Dämpfung der Reizübertragung [Häusser, 1992]. Im zentralen Nervensystem wirkt Taurin synergistisch mit Glycin, wirkt beruhigend, entspannend und hilft dabei, hohe Adrenalinspiegel zu senken. Zudem hemmt Taurin die Wirksamkeit der stimulatorischen Aminosäure N-Methyl-D-Aspartat am Glutamat (NMDA)-Rezeptor bei Stress und Angstzuständen [Wu et al., 2005]. Im Ausdauersport wird ein energiesteigender Effekt diskutiert.

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