L-Phenylalanin

L-Phenylalanin ist eine essentielle Aminosäure (Proteinbaustein), d.h. sie wird nicht vom menschlichen Körper hergestellt, sondern muss über die Nahrung zugeführt werden. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine alimentäre Zufuhr von L-Phenylalanin die Ausschüttung des Peptidhormones Cholecystokinin im Darm stimuliert, welches ein Sättigungsgefühl vermittelt und hemmend auf die Nahrungsaufnahme wirkt [Ballinger, 1994; Watanabe et al., 1994]. L-Phenylalanin ist zudem die Vorstufe der Aminosäure L-Tyrosin, der Ausgangssubstanz für die Biosynthese von Katecholaminen (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin), Hormonen (Schilddrüsenhormone) und des Hautfarbstoffes Melanin [Harper, 1984]. Im menschlichen Körper wird L-Phenylalanin enzymatisch zu Phenylethylamin (PEA) decarboxiliert und rasch zu Phenylacetylsäure und zu Tyramin metabolisiert. Es ist bekannt, dass das endogene Neuramin PEA antidepressive, aktivitätssteigernde und Aufmerksamkeits-fokussierende Wirkung hat [Sabelli et al., 1996]. Zudem gibt es Hinweise, dass L-Phenylalanin positiv bei Depressionen [Sabelli et al., 1986; Birkmayer et al., 1984] und in Kombination mit dessen D-Enantiomer, positiv bei chronischen Schmerzen (u.a. bei Arthrose, Migräne) wirkt [Halpern und Dong, 1986; Russel und McCarty, 2000]. Eine Überversorgung mit Phenylalanin tritt in der Regel nur dann auf, wenn der Abbau oder die Umwandlung in andere Metaboliten gestört ist. Deshalb sollten Personen, die beispielsweise an der erblichen Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie (PKU) leiden, möglichst auf eine übermäßige Zufuhr von L-Phenylalanin verzichten [Kaufman, 1999].

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