L-Lysin

Die essenzielle Aminosäure L-Lysin übernimmt eine Reihe wichtiger physiologischer Funktionen im Körper und ist unter anderem am Calcium- und Kollagenstoffwechsel sowie an der Bildung von L-Carnitin (L-Lysin + L-Methionin) beteiligt [Tomé und Bos, 2007]. Es ist bekannt, dass L-Lysin für die mentale Stabilität und die Immunfunktion Bedeutung hat [Li et al., 2007; Smriga et al., 2004]. Tierversuche haben gezeigt, dass L-Lysin maßgeblich die Proliferation von Lymphozyten, die Produktion von Zytokinen und die Antikörper Reaktivität beeinflusst [Kidd et al., 1997; Konashi et al., 2000; Chen et al., 2003]. L-Lysin wird auch erfolgreich zur Behandlung von Erkältungskrankheiten, Grippe und viralen Infekten eingesetzt und wirkt in Kombination mit Vitamin C äußerst effektiv [Singh et al., 2011; McBeath und Pauling, 1993]. Die antiviralen Eigenschaften von L-Lysin basieren primär auf dessen partiell antagonistischer Wirkung zur Aminosäure L-Arginin, welche für die Vermehrung von Viren (u.a. Herpes simplex Virus, Eppstein-Barr Virus) benötigt wird [Griffith et al., 1981]. Besonders wenn die Ratio von L-Arginin zu L-Lysin niedrig ist, wird die virale Replikation unterdrückt und damit die virale Zytotoxizität gehemmt. Neben der Hemmung einer Argininaufnahme in virenproduzierende Zellen vermindert L-Lysin auch die katalytische Aktivität des viralen Enzyms Arginase, was zu einer Verarmung der für das Viren-Wachstum benötigten Polyamine führt.

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