L-Histidin

L-Histidin gehört zu den essentiellen Aminosäuren [Kriengsinyos et al., 2002], ist eine proteinbildende Aminosäure und die Vorstufe des Gewebshormons und Neurotransmitters Histamin. Histamin im Gehirn entsteht über die Histidin-Decarboxylase, die in histaminergen Neuronen exprimiert wird. Histamin kann dank eines Transporters die Blut-Hirn-Schranke im Gegensatz zu Histidin gut durchqueren [Yoshikawa et al., 2014]. Die Histidin-Decarboxylase wird aber auch in anderen Geweben einschließlich der Mastzellen exprimiert, wodurch Histamin lokal ausgeschüttet werden kann, um benachbarte Zellen hormonähnlich zu regulieren. Histamin vermittelt bekanntermaßen verschiedene Effekte wie allergische Reaktionen und die Sekretion von Magensäure über vier verschiedene Histaminrezeptoren (HRH1-4). Histamin agiert aber auch als Neurotransmitter im Gehirn, in dem eine große Menge histaminerger Neuronen vorhanden sind und hat zusätzlich neuroprotektive Funktion, auch durch die Aktivierung der Glutamin-Synthetase und den Gluta- mattransporter in den Astrozyten [Liao et al., 2015]. Sie sind involviert in viele physiologische Funktionen wie Ängste, Stress-Response, Kognition, Emotionen, Appetitregulation und Schlaf-Wach-Rhythmus, gesteuert vor allem über die Rezeptoren HRH1 und HRH3. Dysfunktionen des histaminergen Systems werden mit verschiedenen Erkrankungen wie Narkolepsie, Essstörungen, Alzheimer Erkrankung, Tourettesyndrom und Depression in Verbindung gebracht [Sasahara et al., 2015]. HRH1-Antagonisten haben v.a. sedative Effekte, HRH3-Antagonisten senken den Appetit und führen zu Gewichtsverlust. Stress verändert den Turn-over von Histamin im Gehirn, akuter und chronischer Stress erhöhen den Level von Histamin und histaminabbauenden Enzymen in verschiedenen Gehirnregionen. Untersuchungen legen nahe, dass orale Gabe von L-Histidin die Histamin Menge im Gehirn erhöht und mentale Fatigue reduziert, als auch die Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit steigert [Sasahara et al., 2015].

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