Grüner Tee

Grüner Tee wird aus den Blättern der Teepflanze (Camelia sinensis var. sinensis) gewonnen und ist vor allem im asiatischen und afrikanischen Raum ein beliebtes Getränk mit beachtenswerten gesundheitlichen Wirkungen. Grüntee enthält eine Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe, darunter Aminosäuren (u.a. L-Theanin, L-Tryptophan, L-Lysin), Fettsäuren (z.B. Linolsäure und alpha-Linolensäure), Vitamine (B, C und E), Xanthine (Koffein und Theophyllin), Mineralien und Spurenelemente (u.a. Calcium, Magnesium, Eisen, Selen, Zink und Mangan) [Cabrera et al., 2006]. Zu den wohl wichtigsten Wirkstoffen in grünem Tee zählen die vier Polyphenol-Verbindungen Epigallocatechin-3-gallat (EGCG), Epigallocatechin (EGC), Epicatechin-3-gallat (ECG) und Epicatechin (EC) [Graham, 1992]. Diese Grüntee-Polyphenole wirken nachweislich antioxidativ, entzündungshemmend und UV-protektiv [Rietveld und Wiseman, 2003; Ohisi et al., 2016; Elmets et al., 2001]. Im Hinblick auf den Lipid-Stoffwechsel zeigen diese Catechine eine Hemmwirkung auf die Lipidperoxidation, antiatherosklerotische Eigenschaften und sie sind in der Lage, das LDL-Cholesterin zu senken [Sano et al., 1995; Yokozawa et al., 2002]. Zudem gibt es Hinweise, dass grüner Tee die Absorption von Nahrungsfetten und Cholesterin im Magen-Darm-Trakt verringert, die Fettverbrennung im Körper erhöht und dadurch der Körperfettbildung entgegenwirkt [Dullo et al., 1999; Raederstoff et al., 2003]. Bezüglich der antikanzerogenen Wirkung wurde gezeigt, dass EGCG die oxidative Schädigung von DNA vermindert und selektiv die Apoptose von Tumorzellen induziert, was vermutlich auf eine Hemmung des nukleären Aktivators NF-κB zurückzuführen ist [Crespy und Williamson, 2003; Yang et al., 1998]. Die antiinflammatorische Wirkung von Grüntee-Extrakt ist der Hemmung des NF-κB zuzuschreiben, das in unterschiedlichen Zellarten als ein zentrales Schaltelement der Entzündungsreaktion fungiert [Yang et al., 2001]. EGCG erhöht durch Hemmung des Noradrenalin-degradierenden Enzyms Catechol-O-Methyltransferase (COMT) die Verfügbarkeit von Noradrenalin und steigert dessen Syntheserate um bis zu 45% [Borchardt und Huber, 1975]. Neuere in vitro Studien deuten auch darauf hin, dass ECGC neuroprotektiv wirkt und die Bildung toxischer Proteinfehlfaltungen, die als Auslöser von Morbus Parkinson oder Morbus Alzheimer gelten, verhindern kann [Kakuda, 2002; Ehrnhoefer et al., 2008].

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