Folsäure

Folsäure, früher Vitamin B9 genannt, ist essentiell für viele Stoffwechselvorgänge. Als Vorstufe des Coenzyms THF (Tetrahydrofolsäure) nimmt Folsäure eine wichtige Stellung im Protein- und Nukleinsäurestoffwechsel ein und ist gerade für sich häufig teilende Zellen im Knochenmark und in den Blutzellen essentiell [Hoffbrand und Weir, 2001]. Zudem ist Folsäure als Methylgruppen-Donor in zahlreiche metabolische Prozesse im Nervensystem und Gehirn eingebunden [Bailey und Gregory, 1999]. Auch der Aufbau von Neurotransmittern (Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, GABA) sowie die Biosynthese von Melatonin und Membranphospholipiden sind von einer adäquaten Folsäureversorgung abhängig [Gospe et al., 1995; Fournier et al., 2002; da Silva et al., 2014]. Folsäure unterstützt die adrenale Funktion und die Produktion der Hormone der Nebenniere [Krishnaswamy und Madhavan, 2001]. Die orale Einnahme von Folsäure hat eine hohe Bioverfügbarkeit, der Umwandlungsprozess in seine aktive Form verlangt jedoch adäquate Spiegel von Vitamin B12 und B6 [Bailey, 1999]. Zunehmend wird auch die aktivierte Form 5-Methyl-THF zur Behandlung eingesetzt. Bekannt ist vor allem die essentielle Rolle einer guten Folsäure-Versorgung im Homocysteinabbau (Folsäure ist der Methylgruppenüberträger auf Cobalamin zur Bildung des aktiven Methylcobalamins – Vitamin B12) [Brattström et al., 1988] und im Neuralrohr-Wachstum beim ungeborenen Kind [Jin, 2017]. Auch das Gehirn wird durch die Gabe von Folsäure nachweisbar vor altersabhängiger Neurodegeneration geschützt [Mattson et al., 2002]. Ein Folsäuremangel äußert sich häufig in Form von Zungenbrennen und Entzündungen der Schleimhäute – auch der Darmschleimhaut -, durch einen erhöhten Homocysteinspiegel, durch Leistungsabfall, verstärkte Blutungsneigung und neuronale Dysfunktion [Biesalski und Grimm, 2004; Reynolds et al., 1973].

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