Fischöl

Omega-3-Fettsäuren sind eine spezielle Gruppe mehrfach ungesättigter Fettsäuren, unter denen den biologisch aktiven Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA; C20:5) und Docosahexaensäure (DHA; C22:6) eine besondere gesundheitliche Bedeutung zukommt [Covington, 2004]. Omega-3-Fettsäuren findet man vor allem in fettreichen Kaltwasserfischen (u.a. Makrelen, Lachs, Sardinen) [Oomen et al., 2000; Covington, 2004]. Pflanzliche Öle, wie etwa Lein-, Raps-, oder Walnussöl enthalten in erster Linie die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (C18:3), die im Körper weiter zu DHA und EPA umgewandelt wird. Wissenschaftliche Studien zeigen allerdings, dass nur etwa 8-21% der alimentär zugeführten Alpha-Linolensäure in EPA und etwa 0-9% in DHA konvertiert wird [Burge und Wooton, 2002; Burge und Jones, 2002]. Deswegen ist der Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl der Vorzug vor dem Omega-3-Aufbau allein durch pflanzliche Öle zu geben. Unser westlicher Ernährungsstil verzichtet weitgehend auf eine regelmäßige Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren und ist geprägt durch einen Überschuss an entzündungsfördernden Omega-6-Fettäuren. Als optimales Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren wird heute ein Verhältnis von 2:1 bis 5:1 angesehen [WHO & FAO, 1995; Simopoulos et al., 2000]. Bei Supplementierung von EPA/DHA sind als positive Effekte die Senkung kardiovaskulärer Risiken, z.B. Verringerung der Triglyzeride, Hemmung der Thrombozytenaktivität sowie ein positiver Einfluss auf die Gefäßfunktion, den Blutdruck und entzündliche Immunbotenstoffe, nachgewiesen [Lie et al., 2001; Ruxton et al., 2004]. Eine ausreichende Versorgung mit DHA unterstützt zudem den Erhalt der normalen Augenfunktion [Jeffrey et al., 2001]. Eine gute Versorgung von Schwangeren mit DHA und EPA führt zu einer geringeren Frühgeburten-Rate, weniger Wochenbettdepressionen und beim Kind zur günstigeren Gehirnentwicklung und -Leistung [Daniels et al., 2004; Su et al., 2008; Olsen et al., 2000]. Untersuchungen bei Patienten mit Morbus Alzheimer und kognitiven Einbußen zeigen, dass höhere Spiegel an EPA und besonders DHA mit einem niedrigeren Risiko für die Entwicklung von Demenz einhergehen [Kalmijn et al., 1997]. Omega-3-Fettsäuren wirken zudem leicht antidepressiv und werden auch in der Therapie von hyperaktiven Kindern eingesetzt [Hallahan et al., 2016; Bélanger et al., 2009].

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